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Ergänzungen zur ESA Pressemitteilung vom 13. 6. 2006

Größter Komet verliert stündlich die Masse der Sonne.

Es ist der gewaltigste Feuerball, der je am Himmel entdeckt wurde. Der kometenartige Gasklumpen ist milliardenfach schwerer als die Sonne und rast mit einer Geschwindigkeit von 750 Kilometern pro Sekunde durch einen fernen Galaxienhaufen.

Mit einem Durchmesser von ungefähr drei Millionen Lichtjahren ist der Gasball fünf Milliarden Mal größer als unser Sonnensystem und damit das größte bislang bekannte Objekt seiner Art. Bestehend aus heißem Gas, rast er durch den fernen Galaxienhaufen Abell 3266.

Entdeckt haben den Rekord-Feuerball Dr. Alexis Finoguenov und Dr. Ulrich Briel. Die Forscher, die am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München arbeiten, hatten gemeinsam mit Kollegen Röntgenaufnahmen des europäischen Weltraumteleskops "XMM-Newton" ausgewertet. Die Beobachtung war Teil des garantierten Beobachtungskontingentes des MPE.

A3266

Größter Feuerball: Die Röntgenaufnahme zeigt unten rechts den kometenähnlichen Ball, schräg nach links-oben erstreckt sich sein Schweif. Allerdings schrumpft der Riesenball von Stunde zu Stunde: Die umgebenden Galaxien ziehen ständig Materie aus seinem Kern ab, die dann sowohl den Schweif des Gaskometen bildet als auch zum Baumaterial für neue Sterne wird. Stündlich geht dabei so viel Masse verloren, wie in der gesamten Sonne steckt.

Bild: ESA/XMM-Newton/Finoguenov et al.

Der Gasball hat sich vermutlich vor etwa zwei Milliarden Jahren bei der Kollision eines großen Galaxienhaufens mit einem kleineren gebildet, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal" (Bd. 642, S. 790). Dabei spaltete sich ein Teil vom kleineren Kollisionspartner ab, die durch das Zwischengalaxiengas des Abell 3266 abgebremst wird.

Momentan befindet sich der Gasball in der Nähe des Zentrums des Haufens, der mehrere hundert Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist und mit seinen vielen hundert Galaxien zu den massereichsten Galaxienhaufen des südlichen Himmels gehört.

Obwohl er selbst schon nach irdischen Maßstäben unglaublich heiß ist, hebt sich der Gasball auf den Röntgenbildern von "XMM-Newton" als kühle, dichte Struktur vom umgebenden wesentlich heißeren Gas des Galaxienhaufens ab. Aus diesem Grund konnten die Forscher auch die Schweifbildung sehr gut beobachten: Das Gas wird buchstäblich vom Kern abgestreift und sammelt sich hinter ihm.

Finoguenov und Briel schätzen, dass der Feuerball auf diese Weise jede Stunde eine Materiemenge verliert, die der Masse der Sonne entspricht. "Das ist wohl wie die Lieferung eines massiven Blocks Baumaterials für die größte Ansammlung von Galaxien, die uns bekannt ist", sagte Finoguenov.

"In Abell 3266 sehen wir Strukturbildung in Aktion", sagte Briel " während der Gasball durch die Galaxien-Ansammlung rast, wird er vom Galaxienhaufen kannibalisiert, welches am Ende zur Vergrösserung des Galaxienhaufens Abell 3266 führen wird."


  ToP zum Seitenanfang Letzte Änderung: 2006-06-19 durch H. Steinle mail
Ansprechpartner: A. Finoguenov mail
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