STARTSEITE   Kontakt Sitemap Impressum INTRANET
Link zur MPE Hauptseite

Link zur Max-Planck-Gesellschaft

  Max-Planck-Institut
  für extraterrestrische Physik

 

Ankündigungen
Verweis MPE
Verweis Institut
Verweis Aktuelles
Verweis Forschung
Verweis Projekte
Verweis Kollaborationen
Verweis IMPRS - Astro
Verweis Öffentlichkeits-
arbeit
Verweis Veröffentlichungen
Verweis Links
 
Verweis Astronomy
Resources
  VerweisMPE   VerweisAktuelles   ZeigerPR20080603
MPE Pressemitteilung vom 11. Juni 2008

pdf Druckversion im pdf-Format

NASA-Satellit GLAST erfolgreich gestartet

Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik entwickelte Detektoren für GLAST Burst Monitor

GLAST
Künstlerische Darstellung des GLAST-Satelliten
Bild: General Dynamics C4 Systems
Das Gamma-Ray Large Area Space Telescope GLAST ist heute mit einer Delta-II-Rakete von der Cape Canaveral Air Force Station in Florida, USA erfolgreich gestartet. Hauptinstrument des Satelliten ist das Large Area Telescope (LAT, Großflächenteleskop), das die Gammastrahlung bei höheren Energien entdecken soll. Das Sekundärinstrument ist der GLAST Burst Monitor (GBM), der aus 14 Detektoren besteht und den Bereich der niedrigeren Energien abdeckt. GBM wurde in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut. Der Start von GLAST war in den vergangenen Monaten wegen Problemen mit der Rakete mehrere Male verschoben worden.

Am GBM-Projekt waren neben dem MPE das Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville, Alabama und die Universität von Alabama beteiligt. Das MPE war für die Entwicklung und die Beschaffung der Detektoren des GBM und deren Stromversorgung zuständig. Die Detektoren wurden von der Firma Jena-Optronik GmbH in Jena gebaut; die Stromversorgung stammt von der Firma Astrium in Friedrichshafen. Das Projekt wurde aus Geldern der DLR Raumfahrt Agentur gefördert.

Mit GLAST werden die heftigsten und spektakulärsten Phänomene des Universums untersucht, die unvorstellbare Mengen an Energie erzeugen: der Einsturz von Materie in supermassive Schwarze Löcher, Zusammenstöße von Neutronensternen, Explosionen massereicher Sterne oder Materieströme mit Geschwindigkeiten in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit. Was genau bei diesen Vorgängen passiert und warum dabei so hohe Energien freigesetzt werden, soll mit dem neuen Weltraumteleskop jetzt geklärt werden. Welchen Einfluss haben die heftigen Energieausbrüche auf ihre unmittelbare Umgebung? Welche Rückschlüsse können daraus auf die Entwicklung des Universums als Ganzes gezogen werden? Kommt man damit der Definition der rätselhaften dunklen Energie, die das Universum auseinandertreibt, endlich einen Schritt näher? Das sind nur einige der Fragen, bei deren Beantwortung GLAST helfen soll.

Zwölf der Detektoren des GLAST Burst Monitor blicken in unterschiedliche Richtungen und registrieren die Gammastrahlung dadurch aus einem jeweils anderen Blickwinkel. Bei Gammablitzen - den gewaltigsten explosiven Strahlenausbrüchen im gesamten Kosmos, die nur einige Sekunden lang andauern - geben die Detektoren Alarm. "Mit dem Computer können wir dann auswerten, aus welcher Richtung der Gammablitz kam und welches kosmische Ereignis ihn auslöste", erläutert MPE-Astrophysiker Andreas von Kienlin, der als Co-Investigator an der Entwicklung des GBM beteiligt war.

Der GBM ist der Nachfolger des Burst Alert Telescope (BATSE) im weltraumgestützten Gammastrahlenobservatorium Compton Gamma-Ray Observatory (CGRO), während das LAT eine Weiterentwicklung des CGRO-Teilchendetektors Energetic Gamma-Ray Experiment Telescope (EGRET) ist. CGRO wurde nach fast zehnjähriger Betriebszeit im Jahr 2000 kontrolliert zum Absturz gebracht. Während man mit den Vorgängerinstrumenten nicht genau bestimmen konnte, wo sich ein Objekt befindet, zeichnet sich GLAST durch eine hohe Lokalisierungsgenauigkeit aus. Zudem ist es mit GBM und LAT erstmals möglich, einen Zusammenhang zwischen der hochenergetischen und der niederenergetischen Emission der Gammablitze herzustellen. EGRET hatte nur in wenigen Fällen hochenergetische Gammaemission beobachtet.

GLAST schließt die Lücke zwischen den Energiebereichen, die mit den bodengebundenen Cerenkov-Teleskopen auf der einen Seite und den weltraumgestützten Röntgenteleskopen auf der anderen Seite erforscht werden können. "Erstmals seit dem CGRO wird es wieder möglich sein, Energiespektren von Gammablitzen über das gesamte elektromagnetische Spektrum mit hoher Genauigkeit zu vermessen", sagt Jochen Greiner vom MPE, Co-Principal Investigator des GBM. Wissenschaftler des GLAST-Teams bereiten jetzt gemeinsam die Koordination solcher Beobachtungen vor.


Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Mona Clerico
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik und
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: clerico@mpe.mpg.de

Dr. Jochen Greiner
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3847
E-Mail: jcg@mpe.mpg.de

Dr. Andreas von Kienlin
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3514
E-Mail: azk@mpe.mpg.de

pdf Druckversion im pdf-Format


  ToP zum Seitenanfang Letzte Änderung: 2008-05-27 durch H. Steinle mail
Ansprechpartnerin: Mona Clerico mail
Valid HTML 4.01!

: