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MPE: Aktuelles vom 20. Mai 2009

Der äußere Rand des Lichts einer Riesengalaxie und der Übergang zu intergalaktischen Sternen



Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) und der ESO haben zum ersten Mal die Außenbereiche der Riesengalaxie Messier 87 (M 87) untersucht und festgestellt, dass Sterne, die man bisher zu M 87 rechnete, sich außerhalb ihres Randes befinden. Die Astronomen glauben, dass die äußeren Teile von M 87 aufgrund noch nicht verstandener Ereignisse während der Bildung des Virgo-Galaxienhaufens fehlen. Eine mögliche Ursache wäre eine frühe Interaktion mit einer anderen Galaxie. Die Bewegungen der intergalaktischen Sterne weisen darauf hin, dass M 87 sich in diesem äußerst dynamischen Galaxienhaufen jetzt auf Kollisionskurs in Richtung einer anderen Riesengalaxie namens Messier 86 befindet.

Zu diesen überraschenden Ergebnissen gelangten die Wissenschaftler, als sie die Bewegungen von planetarischen Nebeln im Randgebiet der Galaxie und im intergalaktischen Raum innerhalb des Virgohaufens sehr präzise vermaßen. Sie benutzten dazu den FLAMES-Spektrographen des Very Large Telescope (VLT) im Paranal-Observatorium der ESO in Chile, der die Spektren von zahlreichen, über ein großes Himmelsgebiet verteilt liegenden Quellen aufnahm.
Halos
Äußere Halos und das Intrahaufenlicht im Virgo-Galaxienhaufen
Dieses tiefe Bild des Virgohaufens, das mit dem Burrell-Schmidt-Teleskop aufgenommen wurde, zeigt das diffuse Licht in den äußeren Galaxienhalos und das Licht zwischen den Galaxien im Zentrum des Haufens. Die dunklen Punkte sind helle Vordergrundsterne, die aus dem Bild entfernt wurden.
Bild: Chris Mihos, Case Western Reserve University / ESO
(bessere Auflösung durch klicken auf das Bild)
Planetarische Nebel
Planetarische Nebel im Zentrum des Virgohaufens
Das Bild zeigt die elliptische Riesengalaxie Messier 87 im Zentrum und M 84 und 86 als die zwei hellen Punkte in der kleinen Gruppe rechts von der Mitte des Bildes. Außerdem sind die Positionen der entdeckten planetarischen Nebel im Außenbereich von M 87 und im angrenzenden intergalaktischen Raum innerhalb des Virgohaufens gezeigt.
Bild: ESO / Digitized Sky Survey 2
(bessere Auflösung durch klicken auf das Bild)
Planetarische Nebel sind sehr schwach leuchtende Quellen. Die beobachtete Emission eines planetarischen Nebels ist vergleichbar mit dem Leuchten einer 30-Watt-Energiesparlampe aus einer Entfernung von etwa 6 Millionen Kilometern - etwa 15-mal die durchschnittliche Entfernung der Erde vom Mond. Auch die Tatsache, dass es sehr wenige planetarische Nebel in dem untersuchten Himmelsfeld von etwa der Größe des Mondes gibt, machte die Untersuchung zu einer großen Herausforderung für die Wissenschaftler.

Die Beobachtungen der planetarischen Nebel zeigen, dass der Halo aus Sternen von M 87 bei einem Radius von etwa einer halben Million Lichtjahren abbricht, so dass er lediglich dreimal so groß ist wie der um die Milchstraße. Bei größeren Entfernungen vom Galaxienzentrum sind nur intergalaktische Sterne zu sehen, und diese bewegen sich größtenteils von der Rückseite auf M 87 zu. Auch dies ist überraschend, denn wenn die Galaxie mit dem Materiezentrum des Galaxienhaufens in Wechselwirkung stehen würde, sollten sich die Sterne von ihr wegbewegen.

Die Astronomen haben verschiedene Mechanismen vorgeschlagen, um zu erklären, warum der Halo abgeschnitten ist und warum die intergalaktischen Sterne sich in Richtung der Galaxie bewegen. Eine Möglichkeit wären Effekte beim Kollaps der dunklen Materie des Galaxienhaufens in der Nähe von M 87. Es könnte auch sein, dass eine andere Galaxie im Virgo-Haufen, Messier 84, in der Vergangenheit viel näher an M 87 herankam.

externer Verweis Originalveröffentlichung in astro-ph
    (in englischer Sprache)

externer Verweis ESO Pressemitteilung
    (in englischer Sprache)


Weitere Informationen erhalten Sie von:

link Dr. Mona Clerico
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik und
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: clerico@mpe.mpg.de

link Prof. Dr. Ortwin Gerhard
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3539
E-Mail: gerhard@mpe.mpg.de


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